St. Leonhard in Velburg

Die Kirche wurde um 1480 außerhalb der Stadtmauern gebaut. Zuerst eine Kapelle, wurde das Gebäude später zur Kirche erweitert. Angesichts des Nachbarsgebäudes „das Spital“ bekam die Kirche schnell den Namen Spitalkirche beigelegt. Vermutlich dienten beide außerhalb der Stadt in Pestzeiten und bei anderen Seuchen als Rückzugsort der Kranken.

1960 wurde die von der katholischen Kirche nicht mehr benötigte spätgotische Kirche an die Evangelischen verkauft. Nach und nach renovierte man das Gebäude. Waren anfangs nur vier Evangelische in Velburg wohnhaft, zum Ende des zweiten Weltkriegs 88, sind heute ca 1/3 aller Evangelischen der Parsberger Gemeinde in Velburg samt eingemeindeten Ortsteilen anzutreffen.

Namenspatron

Von Mitleid erfüllt suchte der junge Leonhard regelmäßig Gefangene auf und sprach erfolgreich für ihre Freilassung bei König Chlodwig I. (466–511) beziehungsweise dessen Nachfolger Chlothar I. (~500–561) vor. Später lehnte er die ihm angebotene Bischofswürde ab, um sich als Eremit in die Einsamkeit des unweit von Limoges gelegenen Waldes von Pauvain zurückzuziehen. Von seiner Zelle aus begann er, für Kranke und Hilfsbedürftige zu predigen. Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhard oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen. 


St. Michael in Parsberg

Die Kirche wurde 1951 am Kiesweg bereits als evangelische Kirche geplant und gebaut. Sie gab den evangelischen Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten eine eigene Heimat. Zuvor war man im Amtsgerichtssaal auf der Parsberger Burg zum Gottesdienst zusammen gekommen. Andere waren es gewohnt, im evangelischen Gebetshaus in Lietzmannstein Gottesdienst zu feiern. Hierunter waren viele Familien aus Hamburg und anderen deutschen Großstädten, die während dem Krieg evakuiert wurden.

Noch heute stehen in Parsberg St Michael der Altar, Taufstein und Kanzel aus Lietzmannstein, das bei der Vergrößerung des Truppenübungsplatzes 1951 weichen musste.

So ist die Gemeinde von Anfang an durch Migration gekennzeichnet: Waren es zu Beginn Krieg und Vertreibung, ist es heute die Situation der Wirtschaft und die Arbeitsplätze, die Evangelische zu- aber auch wieder wegziehen lassen. Geschätzte 95% der Gemeindeglieder sind nicht hier geboren, sondern zugezogen. Auch die Nähe zur US Army ist in der Gemeinde spürbar.

In den 70ern schrumpfte die Zahl der Evangelischen von Jahr zu Jahr. Spätestens seit Fall des Eisernen Vorhangs profitieren die Parsberger vom Zuzug der Menschen entlang der Autobahn-  und Bahnlinie Nürnberg-Regensburg. Heute ist die Evangelische Gemeinde Parsberg einer der letzten in Bayern, die in absoluten Zahlen noch wächst.

2019 umfasste die Gemeinde 1400 Evangelische. Davon waren 1/6 älter als 60 Jahre. Die Hälfte der Gemeinde ist zwischen 30 und 60 Jahre alt. 1/3 ist jünger als 30. Entsprechend belebt sind die Kindergärten und Schulen im Gemeindegebiet. In Parsberg und Lupburg leben 40% der Evangelischen, in Velburg 30%. Auf Seubersdorf kommen 20%. Die übrigen gehören nach Hohenfels und den nördlichen Teilen von Breitenbrunn.

Namenspatron

Michael (hebräisch מיכאל; arabisch ميكائيل/ميكال DMG „Mīkā’īl“ bzw. „Mīkāl“, deutsch „Wer ist wie Gott?“) ist nach dem Tanach ein Erzengel und kommt in den Traditionen des Judentums, Christentums und Islams vor. Anders als im Christentum wird der Engel Michael im Judentum nie mit „Attributen der Göttlichkeit“ versehen. In der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes tritt Michael in einem eschatologischen Kontext als Bezwinger Satans auf, den er auf die Erde hinabstürzt (Offb 12,7–9 EU). Der hl. Michael wurde seit der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 zum Schutzpatron des Ostfrankenreichs und später Deutschlands erklärt. 

Der Koran und die arabische Literatur rezipierten die Gestalt des Erzengels Michael seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. unter den Namen Mikal bzw. Mika'il.