Konfirmation

Die Konfirmation ist ein wichtiger Lebensabschnitt für viele Jugendliche. Daher unterstützen wir es sehr, eine schöne und lehrreiche Konfirmandenzeit mit anschließendem Fest zu ermöglichen. Wir haben dabei ein neues Konzept übernommen und weiterentwickelt, wie dies im Genauen aussieht soll weiter unten erklärt sein.  

Die wichtigsten Infos zusammengefasst:

  • ab 14 Jahre, in Absprache auch früher oder später (s. *1)
  • Konfi-Tage sind samstags von 9:00 bis 12:00 Uhr im zweiwöchigen Rhythmus (s. *2)
  • kein Schulunterricht, sondern Einzel- und Gruppenarbeit mit Spielen (s. *3)
  • Lernstoff: Vater Unser, Glaubensbekenntnis, Psalm 23, Einsetzungsworte zum Abendmahl, Auftrag zur Taufe (s. *4)
  • Gemeindepraktikum nach Wahl (s. *5)
  • Konfi-Freizeit in einem Jugendhaus (s. *6)
  • mindestens 14 mal einen Gottesdienst besuchen

 

Konfirmandenarbeit

Dieser Begriff ist ganz bewusst gewählt und will sich absichtlich unterscheiden. Konfirmandenarbeit ist nicht mehr Konfirmandenunterricht - und will mehr sein als Konfirmandenunterricht.

14jährige Konfirmand*innen gehen hauptberuflich in die Schule. Nicht, dass sie dort Geld verdienen - aber die Schulwirklichkeit ist so vorherrschend, dass es fast wie der einzige Lebenszweck wirkt. Gleichzeitig ist die Schule Pflicht - man kommt nicht darum herum. Entsprechend gestaltet ist oft der Unterricht, und Schüler*innen sind nicht immer nur begeistert von dem, was dort passiert. Und: Dass - und im Zweifelsfall auch: wie - sie dort bewertet werden. 

Davon will sich Konfirmandenarbeit unterscheiden:

  • Konfirmandenarbeit ist keine Pflicht. Entweder willst du dich konfirmieren lassen - oder eben nicht. Die Konfirmandenzeit soll dir die Möglichkeit geben, dir ein eigenes Bild von der Kirche zu machen, um sich dann selbstständig, gut informiert und richtig zu entscheiden: Will ich mich konfirmieren lassen? Will ich ja sagen zu Gott, dem christlichen Glauben? Will ich zur Kirche dazugehören?
  • Wir dürfen nicht vergessen: Mit 14 Jahren werden wir in Deutschland mündig in Religionsfragen. Die Kirche möchte die jungen Menschen vom Glauben begeistern. Nicht belehren, zurechtweisen, in eine vorgegebene Form pressen. Deshalb haben wir bewusst eine andere Form gewählt - um uns zu unterscheiden von Einrichtungen, die ein hohes Maß an Pflicht mit sich bringen.
  • Entsprechend haben wir den äußeren Rahmen verändert. Die Konfirmandenarbeit findet blockweise samstags statt - um andere Arbeitsformen zu ermöglichen. Das alles beschreiben wir gleich noch ausführlicher.

 

Rahmen

In der bayerischen Landeskirche sammeln viele Gemeinden seit 25 Jahren neue Erfahrungen mit Konfirmanden. Es gibt zwar noch den klassischen Unterricht in der Woche nachmittags für 45 oder 90 Minuten. Es gibt immer mal wieder sogar auch noch Präparandenunterricht. Das Bild ist also bunt und vielfältig, und nicht einheitlich flächendeckend geordnet.

Wir in Parsberg haben uns entschieden, in der Konfirmandenarbeit neues auszuprobieren: Wir arbeiten mit ehrenamtlichen Konfirmandenteamer*innen am Samstag. Der klassische Frontalunterricht, unterstützt von Arbeitsblättern ist vorbei. Wir möchten uns als Gruppe kennenlernen und zusammen mit der Gruppen in Glaubensfragen lernen und ausprobieren.

 

1 – Jahrgang

Zum aktuellen Konfirmandenjahrgang laden wir die Konfirmandinnen und Konfirmanden ein, die zum Zeitpunkt der Konfirmation 14 Jahre alt sind. 

Warum? Weil du dann religionsmündig bist. Das bedeutet, du darfst selbst entscheiden: Will ich zur Kirche gehören? Ist mir der Glauben wichtig? Bedeutet mir Gott etwas? - Denn die Konfirmation ist sozusagen der zweite Teil der Taufe: Bei der Taufe hat ein Pate oder eine Patin stellvertretend für dich gesagt: Ja, dieser Mensch soll zu Gott gehören. Jetzt bist du gefragt: Willst du? Damit du dir da eine eigene Meinung bilden kannst, gehst du zur Konfirmandenarbeit.

Im Übrigen ist es selbstverständlich jederzeit möglich, von dieser Regel auch abzuweichen. Je nach persönlicher oder familiärer Situation kannst du dich auch mit 13 oder 15 Jahren konfirmieren lassen. Frag einfach nach. Rede mit uns. Wir finden gemeinsam eine gute Lösung.

 

2 – Arbeit am Samstag

Als Diasporagemeinde sind wir über eine große Fläche verteilt. Schon immer war es eine Herausforderung, es Konfirmanden über verhältnismäßig weite Strecken zu ermöglichen gleichzeitig in der Kirche oder im Gemeindehaus zusammenzukommen. Da bietet sich der Samstag im zweiwöchigen Rhythmus an - man hat mehr Zeit miteinander. Kann sich mehr in das Thema vertiefen. Spart Fahrzeiten und entsprechenden Aufwand.

Der Samstag ruft natürlich sofort Fragen auf und rührt an verschiedene Ängste und Befürchtungen: Wie ist das mit meinen Hobbys? Meinem Verein? Wie passt das mit Papa- und / oder Mamawochenenden zusammen? Ich bin vielleicht ein Scheidungskind, habe mir das nicht rausgesucht, und will trotzdem zu beiden Eltern Kontakt haben und pflegen …

Mach dir keine Sorgen. Das kriegen wir hin. Im Gespräch finden wir Lösungen. Wichtig ist: Du willst dich konfirmieren lassen. Du hast starkes Interesse an der Konfirmandenarbeit. Dir ist die Konfirmandengruppe wichtig. 

 

3 – Arbeitsformen

Dass wir nicht mehr mit Arbeitsblättern und Frontalunterricht arbeiten, haben wir schon gesagt. Wie sieht dann ein Konfirmandensamstag aus? Wir treffen uns. Spielen miteinander, zum Beispiel Gruppenspiele, Ballspiele, Denkspiele etc. Arbeiten in der großen Gruppe zusammen oder teilen uns in Kleingruppen auf. Manchmal gibt es Einzelarbeit. Anschließend stellen wir den anderen vor, auf was wir gekommen sind.

Wichtig ist uns, konkret und alltagsbezogen zu arbeiten. Was hilft mir theoretisches Wissen, das ich in der Schule schon nicht verstanden habe? Also vielleicht im Kopf schon verstanden habe - aber nicht kapiere, wozu das für mich gut sein soll? Oder wichtig sein soll? Das wollen wir im Konfi: Verstehen, was der Glaube mit mir zu tun hat. Was Gott mit mir vorhat. Was das ganze Leben soll. 

 

4 – Lernstoff

Im Konfirmandenunterricht wurde früher der kleine Katechismus von Martin Luther samt Erklärungen auswendig gelernt. Und bei der Prüfung im Gottesdienst vor der ganzen Gemeinde abgefragt. Wenn man das bestanden hatte, wurde man konfirmiert.

Viele Teile des Katechismus sind in den Lehrplan für Evangelische Religion an den Schulen aufgenommen worden. Das bedeutet, jede und jeder Schüler*in hat im Lauf des Schullebens schon einmal das Vater Unser, das Glaubensbekenntnis oder den Psalm 23 gelernt. Darauf können wir in der Konfirmandenzeit aufbauen. Du lernst bzw. wiederholst zu Hause

  • das Vater Unser
  • das Glaubensbekenntnis
  • den Psalm 23
  • die Einsetzungsworte zum Abendmahl
  • den Auftrag zur Taufe („Missionsbefehl“) aus dem Matthäusevangelium 28:16-20

und hast damit alles gelernt, was der Kirchenvorstand zur Konfirmation als Lernstoff bestimmt hat.
 

Gottesdienstbesuch

Der Kirchenvorstand hat festgelegt, im Konfirmandenjahr soll ein Konfirmand*in 14 mal den Gottesdienst besuchen. Um kennenzulernen, wie ein Gottesdienst ist. Um zu entdecken, worum es im Gottesdienst geht. Und vielleicht sogar, um sich im Gottesdienst und der Gemeinschaft der Christen wohlfühlen, gut aufgehoben, geborgen.

Übrigens dürfen Eltern der Konfirmand*innen auch gern in die Kirche kommen …

 

5 – Praktikum

In diesem Praktikum hast du die Möglichkeit, das christliche Leben und die Gemeinde genauer kennen zu lernen. Und zwar ganz anders als im Gottesdienst: konkret, lebensnah, handfest. Du kannst in verschiedenen Gruppen mitarbeiten und Verantwortung übernehmen - zum Beispiel im Kindergottesdienst. Du kannst an den Treffen unserer Jugendgruppe Juze (sprich:Tschuus) teilnehmen und gleichaltrige Christinnen und Christen kennenlernen. Du kannst dir selbst ein Praktikumsplatz in der Bereich der Diakonie suchen - Altenheim, Tafel oder Kindergarten. Und dort beispielsweise in den Ferien ein paar Tage mitarbeiten.

Wichtig ist: Der Kirchenvorstand erwartet von dir Engagement und Teilnahme von 24 Stunden. Bemerkenswert: Das ist deutlich mehr als 14 Gottesdienste zu besuchen. Ja. Stimmt. Und: Das ist Absicht. Was haben sich die Kirchenvorsteher*innen wohl dabei gedacht:

 

6 – Freizeit

Zur Konfirmandenzeit gehört auch die Freizeit und ist uns ganz besonders wichtig. Warum? Weil wir euch ermöglichen wollen, euch und vor allem uns vorher gut kennenzulernen. Üblicherweise findet die Freizeit an einem Wochenende statt oder auch unter der Woche, da die Schule zu solchen Zwecken zwei Tage schulfrei gewährt. An diesen Tagen werden wir gemeinsam spielen (draußen wie drinnen), lecker essen, vieles entdecken und lernen. Aber das allerwichtigste daran: Eine gute Zeit mit viel Spaß und ein tolles Erlebnis zu haben, das man nicht vergisst. Mehr dazu erfährst Du, wenn es soweit ist. Manch eine*r hat uns gesagt: „Ich hatte echt Angst, dass das langweilig wird und wir nur beten. Aber es war ein richtiges schönes WE!“ So einen guten Start in die Konfirmandenzeit wünschen wir Euch auch.

 

KonfiTeamer*innen

Merkwürdiger Begriff: KonfiTeamer*in. Was ist das für ein Geschöpf? Kurz gesagt, sind KonfiTeamer*innen ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in der Konfirmandenarbeit. Vor wenigen Jahren konfirmiert, kennen sie Stoff, Inhalt, Aufbau und Absicht der Konfirmandenarbeit. Sie sind nur wenig älter als unsere Konfirmand*innen - und sind gleichzeitig eng vertraut mit den Lebensfragen und Alltagssorgen der Konfirmand*innen, kurz Konfis.